Dienstag, 13. Dezember 2011

Versicherung für das Gartenhaus

Gartenhaus Versicherung
Ist eine Versicherung überhaupt nötig? oder Welche Versicherung brauche ich für mein Gartenhaus?

Ich weiß, ich weiß. Ein leidiges Thema. Aussagen wie „Das ist doch alles Abzocke.“, „Brauch’ ich nicht.“ oder „Ist mir viel zu teuer.“ treten bei diesem Thema vermehrt auf.

Dennoch ist und bleibt es wichtig, dieses Thema zu behandeln und sich etwas dafür Zeit zu nehmen. Es kann sich lohnen.
Keine Angst, hier wird jetzt keine Versicherung XY empfohlen oder dafür geworben. Und gleich vorweg: Es gibt nicht DIE einzig wahre Versicherung für ein Gartenhaus. Wer so etwas behauptet, lügt. Punkt. Weil in manchen Fällen schlicht und einfach eine Versicherung nicht benötigt wird.
Dies soll auch im Folgenden genauer dargelegt werden.

Wo steht Ihr Gartenhaus?
Die erste wichtige Frage. Denn, wenn das Gartenhaus in Ihrem Garten, auf demselben Grundstück wie Ihr Haus, steht, sieht die Versicherungsfrage anders aus, als wenn es auf einem anderen privaten Grundstück oder auf einer Kleingartenanlage steht.

Besitzen Sie bereits eine Wohngebäude- bzw. eine Hausratversicherung?
Besonders wichtig Ihr Augenmerk darauf zu richten, wenn Ihr Gartenhaus auf Ihrem Hausgrundstück steht. (Dazu später mehr)

Was versichert welche Versicherung?
Generell schützt eine Wohngebäudeversicherung vor Feuer-, Blitz, Sturm- und Hagel- und vor Leitungswasserschäden. Die Hausratversicherung sichert ebenfalls diese Schäden ab, zusätzlich noch den Einbruchdiebstahl.
Aber warum sollte ich dann eventuell beide Versicherungen abschließen und z.B. nicht nur eine Hausratversicherung, die noch eine Leistung mehr besitzt?
Einfach ausgedrückt, um nicht zu sehr ins Versicherungsdeutsch abzudriften, ist bei der Hausratversicherung nur die Inneneinrichtung versichert. Stellen Sie sich vor, Ihr Gartenhaus wird auf den Kopf gestellt. Alles, was herunterfällt, wird zur Hausratversicherung zugeordnet. Das Feststehende, also das Gebäude an sich, gehört zur Wohngebäudeversicherung.

Was soll ich tun?
Informieren und vergleichen! Wenn Sie bereits eine Wohngebäude- und Hausratversicherung besitzen und Ihr Gartenhaus auf Ihrem Hausgrundstück steht, dann lohnt es sich in die Versicherungsbedingungen hineinzuschauen. Oftmals, besonders bei neueren Verträgen, sind Gartenhäuser bis zu einem gewissen Wert automatisch mitversichert, müssen aber im Vertrag mit angegeben werden. Bei älteren Versicherungsverträgen kann es sein, dass Nebengebäude separat versichert werden müssen. Am besten Sie informieren sich bei Ihrer jeweiligen Versicherungsgesellschaft genauer darüber. Vergleichen Sie aber gleichzeitig auch auf Versicherungsportalen oder fragen Sie einen Makler mit breitem Angebotsspektrum.
Achtung! Oftmals besitzen viele Hausbesitzer nur eine Feuerversicherung für Ihr Gebäude und keine Wohngebäudeversicherung wie oben beschrieben. Bis in die 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts war es verpflichtend, die Brandversicherung bei einem regionalen Monopolversicherer (z.B. Sparkasse) zu führen. Nach einer Versicherungsreform, bei der jeder Hausbesitzer die freie Wahl hat, wo und in welchen Umfang er sein Haus versichern will, wurde bei vielen bis heute versäumt, den Versicherungsschutz zu erweitern bzw. auf die individuellen Bedürfnisse und Risiken anzupassen. Bitte überprüfen!

Wenn Ihr Gartenhaus nicht auf dem Hausgrundstück steht, ist es meistens so, dass Sie dieses eigen versichern müssen. Hier gilt es abzuwägen, wie viel Ihr Gartenhaus wert ist bzw. wie viel wertvoll Ihre Innenausstattung ist. Des Weiteren ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Gartenhäuser nicht ganzjährig genutzt werden. Z.B können Frost- oder Wasserschäden so erst später entdeckt werden. Diese Problematik sollte man mit dem Versicherer auch vor Vertragsabschluss besprechen. Auch hier gilt: Informieren und vergleichen.
Hierzu noch ein Tipp: Falls das außerhalb liegende Grundstück mit dem Gartenhaus insbesondere an öffentlichen Wegen oder Straßen stößt, dann ist über eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht nachzudenken. Diese versichert Risiken, die von Ihren Grundstück aus passieren können. Z.B. kommen Leute an Ihrem Grundstück vorbei. Von Ihrem Gartenhaus lösen sich durch einen Sturm Teile und können die Passanten verletzen.

Viele besitzen auch ein Gartenhaus, welches auf dem Gelände eines Kleingartenvereins steht. Oftmals haben diese Vereine eine Gruppenversicherung bei einem Versicherer abgeschlossen. Hier lohnt es sich meist, sich daran zu beteiligen. Bei vielen Kleingartenvereinen ist es sogar Vorschrift, dass die Pächter sich dort versichern.

Ach ja, bevor es vergessen wird, kurz etwas zum Thema „Scherben bringen Glück“. Glas am Gartenhaus, soweit es sich um Fenster handelt, ist über die Wohngebäudeversicherung normalerweise mitversichert. Glas, das zur Inneneinrichtung gehört, muss extra versichert werden. Auch hier genau abwägen, inwiefern sich dies überhaupt lohnt.

Wie generell bei allen Sachversicherungen haben Sie vor Ablauf des Vertrages ein dreimonatiges Kündigungsrecht. Ansonsten verlängert sich der Vertrag stillschweigend um ein weiteres Jahr.
Außerordentliches Kündigungsrecht besitzen Sie, wenn sich der Beitrag ändert (egal, ob nach unten oder nach oben) oder wenn Sie einen Schaden haben. Dann können Sie innerhalb von einem Monat bei der Gesellschaft kündigen. Aber der Versicherer kann Ihnen auch nach einem Schaden kündigen!

Sie sehen, je nach Lage und Ausstattung, kann es sinnvoll sein, eine Versicherung für Ihr Gartenhaus abzuschließen. Mit ein wenig Zeitaufwand können Sie herausfinden, inwieweit es sich für Sie lohnt oder nicht.

Versichern nicht um jeden Preis, aber wo es angebracht ist, sollten Sie es tun.
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