Dienstag, 14. Februar 2012

Gartenhaus Pavillon Information

Viele Menschen aus der Stadt glauben, ein Gartenhaus und ein Pavillon seien ein und dasselbe. Ab und zu, z.B. bei Besuch bei Freunden auf dem Land, kommt der Kommentar, „Ihr habt aber ein schönes Gartenhaus im Garten stehen“.

Die Eigentümer reagieren aber oftmals mit der Aussage, das ist kein Gartenhaus, das sei ein Pavillon! Aber das ist doch das gleiche, oder? Viele denken, dass Pavillon nur ein Schicki-Micki-Name für ein Gartenhaus ist.

Was ist nun aber der Unterschied zwischen einem Gartenhaus und einem Pavillon?
Ein Blick in die Geschichte der beiden Gattungen, ermöglicht einen genauen und detaillierten Einblick in Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Gartenhaus:
Unter einem Gartenhaus, auch Gartenlaube oder Laube genannt, versteht man ein Gebäude, das in einem Garten, besonders im Kleingarten, zum vorübergehenden Aufenthalt, aber nicht zu dauerhaften Wohnzwecken errichtet ist.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gartenhaus in Gärten von Bürgerhäusern populär. Das Gartenhaus wurde im Stil des Klassizismus errichtet und diente zur Erholung, aber auch zur bürgerlichen Repräsentation. Einige Gartenhäuser haben auch einen Keller, der u.a. als Weinkeller benutzt wurde. So ist eine spezielle Art des Gartenhauses z.B. das Weinberghaus.
Die Bauweise kann sowohl aus massivem Mauerwerk als auch aus Holz sein. Zudem gibt es Bausätze aus vorgefertigten Elementbauteilen sowohl für Beton- als auch Holz-Gartenhäuser. Vorteil des gemauerten Gartenhauses ist hierbei die Dauerhaftigkeit im Gegensatz zum Holzhaus.

Das Gartenhaus aus Holz bietet den Vorteil des niedrigeren Preises und ist aufgrund seiner schönen und individuellen Struktur, sehr beliebt.
Das Bundeskleingartengesetz lässt hier ausdrücklich ein Gartenhaus in einfacher Ausführung mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche zu. Sie darf nach ihrer Beschaffenheit, insbesondere nach ihrer Ausstattung und Einrichtung, nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein.
Viele Kleingartenanlagen verfügen aus diesem Grunde auch nicht über Anschlüsse an Kanalisation und Stromnetz, da ansonsten weitere Kosten entstehen würden.
Bitte aber unbedingt beachten:
Vor dem ersten Spatenstich für Ihr neues Gartenhaus sollte das gesamte
Bauvorhaben von der zuständigen, örtlichen Baubehörde genehmigt worden sein!
Somit hat ein Gartenhaus zum einen den Sinn und Zweck, einen geschützten Raum zur Aufbewahrung z.B. von Gartenmöbeln oder anderen Utensilien, zu nutzen. Zum anderen dient das Gartenhaus als Platz zur Entspannung und Erholung im Freien mit Rückzugsmöglichkeit.

Dachformen für ein Gartenhaus können sehr individuell sein: Ob Sattel-, Pult- oder Flachdach, den Gestaltungsmöglichkeiten (fast) keine Grenzen gesetzt.
Ebenso können Sie z.B. zwischen Einzel- und Doppeltüren für Ihr Gartenhaus entscheiden.
Sie sehen, ein Gartenhaus bietet Ihnen sowohl in Nutzung, Gestaltung und Aussehen eine riesige Auswahl.

Pavillon:
Der Name „Pavillon" ist vom französischen Wort „Papillon" abgeleitet und bedeutet zu deutsch „Schmetterling“.

Unter einem Pavillon versteht man ein frei stehendes Gebäude, das im Gegensatz zum Gartenhaus ein überdachtes, meist rundum offenes Bauwerk besitzt bzw. die Möglichkeit hat, dies zu öffnen. Der Grundriss ist meistens rund oder ist eine Vieleck in regelmäßiger Form.

Obwohl der Pavillon schon in der Antike bekannt und gebraucht, erscheint er in der Architektur Europas erst wieder vermehrt in der Epoche des Absolutismus in den Parks und Gärten des Adels. Entweder waren sie ein weiteres Nebengebäude eines Schlosses oder Burg, oder sie dienten als Ruheplatz, Aussichtspunkt oder einfach als Element zur Gestaltung. Später verbreitete es sich in die Gärten des wohlhabenden Bürgertums und wurde dort zu den gleichen Zwecken genutzt, ähnlich wie beim Gartenhaus. An öffentlichen Bauten sind die Pavillons in Kuranlagen zu nennen, die zu Musikaufführungen dienten. In der modernen Architektur zeigen manche Arenen, z.B. Fußballstadien, Merkmale des Pavillons.

In Asien hat der Pavillon eine lange Tradition. In China, in Japan, Indien und Thailand findet sich die Form des Pavillons, oft in buddhistischen Tempeln wieder.
Um 1900 war der Pavillonstil ein Konzept für den Krankenhausbau, von dem man sich heilende Vorteile durch Einbettung in parkähnliche Anlagen versprach.

Ebenso heißen manche Nebengebäude von Schulen, in denen Unterrichtsräume untergebracht sind, Pavillon.
Im barocken Profanbau bezeichnet man einen innerhalb eines mehrteiligen Gebäudes meist höheren oder deutlich hervorgehobenen Baukörper mit einer eigenen Bedachung ebenfalls als Pavillon. Er wurde genutzt, um die Fassade eines größeren Bauwerks besser zu gliedern und zu unterteilen
Auch die moderne Architektur nutzt dieses Stilelement in vielfältiger Weise, beispielsweise beim neuen Bundeskanzleramt in Berlin.
Der Pavillon, egal ob aus Holz, Stein, Glas oder Stahl, wird somit zusehends immer populärer, auch in Gärten von „normalen“ Hausbesitzern, die ihr Refugium optisch aufwerten oder als Ruheoase benutzen wollen.
Wie auch beim Gartenhaus haben die verschiedenen Möglichkeiten der Bauweise jeweils Vor- und Nachteile, z.B. bei Preis, Ausführung, Wetterbeständigkeit usw.
Bitte erkundigen Sie sich auch hier beim zuständigen Bauamt, ob Ihr neuer Pavillon eventuell eine Baugenehmigung benötigt.

Sie sehen, egal ob bei Hitze oder Regen, bei Sturm oder drückender Schwüle, ein Gartenhaus oder ein Pavillon ist der ideale Schutz, um weiterhin gemütlich seinen Vorlieben nachzukommen.
Generell ist noch zu sagen, dass ein Gartenhaus, aufgrund seiner Konstruktion, stabiler ist.

Ansonsten viel Spaß mit Ihrem neuen Gartenhaus! Oder vielleicht entscheiden Sie sich doch für einen Pavillon?!
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