Sonntag, 29. April 2012

Der etwas andere Holzhändler

Das Streichholzkarlche

Wie Sie bestimmt schon beim Lesen unserer Posts mitbekommen haben, sind wir im hessischen Raum ansässig. Genauer gesagt kommen wir aus dem Raum Offenbach. Die räumliche Nähe zu Offenbach führt zwar manchmal unter Kollegen zu einigen Frotzeleien, da die eine Hälfte (leider) für den Fußballverein Eintracht Frankfurt sympathisieren, die andere treue Fans von Kickers Offenbach sind.
Aber was hat das jetzt mit dem Holzhandel zu tun? Da wir in dieser Branche arbeiten und Ihnen regelmäßig Informationen über das Thema Holz posten, haben wir uns gedacht, frei nach Goethe, der ja auch aus dieser Region her stammt: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Nein, wir wollen hier keine Fußballdiskussion auslösen (es gibt sowieso darüber nur eine richtige Meinung). Wir möchten Ihnen über ein echtes Original aus der Rhein-Main-Region etwas schreiben, das ebenfalls mit dem Holzhandel zu tun hatte: das Streichholzkarlche.

Karl Winterkorn

Eigentlich war sein richtiger Name Karl Winterkorn, der von 1880 bis 1939 lebte. Auffällig war sein Aussehen, da er nur 1,30 Meter groß war und gleichzeitig eine, neudeutsch, vollschlanke Figur besaß.
Bekannt wurde er dadurch, dass er seit Beginn des letzten Jahrhunderts durch Offenbacher und Sachsenhäuser (sind in Frankfurt) Äppelwoilokale umherzog und dort Streichhölzer verkaufte. Neben seinem äußeren Erscheinungsbild war er auch auf seine gewisse Art besonders. Viele Zeitgenossen bezeichneten ihn als etwas merkwürdig, verschroben, aber auch gleichzeitig liebenswürdig; ein echtes Original eben. Meist legte er wortlos die Streichhölzer auf den Tisch und steckte ebenso wortlos sein verdientes Geld ein. War aber eine hübsche Dame anwesend, dann fing er mit dieser auf charmante und drollige Weise an zu schäkern. Auf die Frage, welchen Beruf er denn eigentlich ausübe, gab er stets die gleiche Antwort: Holzhändler.

Zu Ehren wurde ihm 1999 auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz eine Statue aufgestellt. Und sein Grab wird bis heute von Unbekannten regelmäßig gehegt und gepflegt.

Falls Sie mal nach Offenbach kommen, schauen Sie doch einfach bei ihm auf dem Marktplatz vorbei und zwinkern Sie ihm zu. Echte Originale haben das einfach verdient.

Auch so kann ein Holzhändler aussehen und bestimmt nicht nur in Offenbach.
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