Mittwoch, 30. Mai 2012

Holzachterbahn Mammut

Holzachterbahn Mammut Tripsdrill Freizeitpark
Das aufregendste Holz der Welt: Süddeutschlands größte Holzachterbahn „Mammut“ im Erlebnispark Tripsdrill kitzelt die Nerven auf 860 Metern


Kiefernholz ist an sich ein recht unscheinbares Holz. Es ist reichlich in deutschen Wäldern vorhanden und gilt in erster Linie als Nutzholz, aus dem Papier oder Werkstoffe hergestellt werden. Das klingt nicht unbedingt nach einer Holzsorte, der man zutrauen würde, einem mal so richtig das Adrenalin ins Blut zu schießen. Anders im Erlebnispark Tripsdrill in Cleeborn: Dort bilden etwa 1.000 m³ hessisches Kiefernholz die Holz Achterbahn „Mammut“, die größte ihrer Art im süddeutschen Raum.

Holzachterbahn Mammut LifthillSeit April 2008 nimmt die Großattraktion die Besucher des ersten Erlebnisparks in Deutschland mit auf eine spannungsgeladene Fahrt. Einmal auf den 30 Meter hohen „Lifthill“ befördert, geht es mit anfangs über 80 km/h über Kamelbuckel und Kreuzungen quer durch das idyllisch am Rande eines Naturparks gelegene Gelände. Einen zusätzlichen Reiz machen gelegentliche scheinbar aus dem Nichts auftauchende Nebelbänke aus. Die Strecke wurde so geplant, dass der Blick der Fahrgäste entweder auf das Parkpanorama oder den Michaelsberg gerichtet ist – vorausgesetzt, man rast nicht gerade durch den untertunnelten Teil, der fünf Meter unter der Erde verläuft. Bei so viel Karacho ist es nicht verwunderlich, dass „Mammut“ im Jahr 2009 die Auszeichnung „Parkscout Award“ als „Beste Neuheit“ erhielt.

Es muss eine Holzachterbahn sein
Der Familie Fischer, die Tripsdrill seit über 80 Jahren in mittlerweile dritter Generation führt, war von Anfang an klar, dass die neue Attraktion nur aus einem einzigen Werkstoff bestehen könne: Holz. Erklärtes Ziel während der Planungsphase vor etwa zehn Jahren war es nämlich, eine Achterbahn zu konzipieren, die sich nahtlos in das von Natürlichkeit geprägte Bild des Erlebnisparks integrieren würde. „Die Entscheidung für eine Holzachterbahn lag somit sprichwörtlich in der Natur der Sache. Holz ist lebendig, warm und in der Umgebung überall vorhanden“, bringt Geschäftsführer Helmut Fischer seine Begeisterung für Holz auf den Punkt. 

Holz ist nicht nur der Stoff, aus dem dieser Achterbahntraum hergestellt wurde, sondern auch zentrales Leitthema der wilden Fahrt. Ausschlaggebend dafür war die Tatsache, dass Familie Fischer im Vorfeld eine alte Sägemühle aus dem Nachbarort Bönnigheim gekauft hatte. Diese lieferte die passende Kulisse und Inspiration für die neue Achterbahn, bei der sich fortan alles um Holz drehen sollte. So können Besucher schon in der Warteschlange und im Einstiegsbereich alte Sägen und weitere antike Stücke bestaunen und sich auf das Thema Holz einstimmen. Die Mühle selbst wurde im Park originalgetreu wieder aufgebaut. Und wer sich die Wagen von „Mammut“ einmal genau anschaut, stellt fest, dass sie im Design von stilisierten Sägeblättern gehalten sind. Kaum hat der abenteuerliche Ritt begonnen, sieht es aus, als ob sie sich regelrecht durch das Gebälk fressen. Übrigens: Für die Bahn wurde weit mehr Holz verwendet, als eigentlich für die Statik notwendig. Dieses „Schauholz“ genannte Material dient rein optischen Zwecken.

Holzachterbahn Mammut Panorama
Bei der Achterbahn handelt es sich um ein „Mammutprojekt“ im wahrsten Sinne des Wortes. In dem kolossalen Konstrukt stecken zwischen 4.000 und 6.000 Kiefern aus hessischen Forsten, die von nicht weniger als zwei Millionen Spezialnägeln und einer Million Spezialschrauben zusammengehalten werden. Dank einer speziellen Imprägnierung beträgt die Haltbarkeitszeit des Holzes 50 Jahre. Die Basis bilden 950 Stützfundamente aus Beton, die allerdings durch Vergraben und Bepflanzen unsichtbar geworden sind – es soll eben alles aus Holz sein. In der Hochsaison bedient die Bahn geschätzte 900 Personen pro Stunde.

Holzachterbahn Mammut, ein Koloss aus Deutschland

Würde man „Mammut“ in seine Einzelteile zerlegen, stünde man vor 70.000 Holz Elementen, die alle extern angefertigt und vor Ort zusammengebaut wurden. Dies ermöglicht ein besonders gleichmäßiges und weniger „rumpeliges“ Fahrerlebnis. Wenn Sie nach einer aufregenden Fahrt sanft wieder langsamer werden, verrichten gerade die verbauten Magnetbremsen ihre Arbeit. Auch hier handelt es sich um ein Novum: Es ist das erste Mal, dass Magnetbremsen in einer Holz Achterbahn zum Einsatz kommen. Neben dem Holz stammen übrigens auch alle beteiligten Firmen aus Deutschland – bei einem Investitionsvolumen von zirka 6 Millionen Euro ein klares Bekenntnis der Familie Fischer zum hiesigen Wirtschaftsstandort.

Bei allem Nervenkitzel wollen wir eins nicht vergessen: Eine Runde auf dem Prunkstück des Erlebnispark Tripsdrill ist absolut sicher und für die ganze Familie geeignet. Das gesamte Layout der Bahn ist darauf ausgerichtet. Der TÜV hat „Mammut“ ab einem Alter von sechs Jahren und einer Körpergröße von 1,20 Meter zugelassen.

Wir von „Gut Holz!“ können es jedenfalls nicht mehr erwarten, die Holz Achterbahn „Mammut“ einmal auszuprobieren. Wir sind uns sicher: Es lohnt sich nicht nur für Holz Fans!

Mehr Informationen zum Erlebnispark Tripsdrill und der Holz Achterbahn finden Sie im Internet unter www.tripsdrill.de  


Technische Daten

Zug Anzahl: 2 Züge á 4 Fahrzeuge
Gewicht leer: ca.5.100 kg
Zuladung: 24 Personen á 75 kg
Länge: ca. 11,5 m
Breite: ca. 1,4 m

Beschleunigungswerte
Max. Geschwindigkeit: ca. 85 km/h
Max. Beschleunigung vertikal: ca. 3,5 g
Max. Beschleunigung horizontal: ca. 1 g

Streckenneigungswinkel
Max. Schienenlängsneigung: ca 53 °
Max. Schienenquerneigung: ca. 80 °

Kettenaufzug
Höhe: ca. 29,5 m
Liftgeschwindigkeit: ca. 2,5 m/sek.
Liftmotor: 90 kW FU-gereget, das entspricht ca. 130 kW
Liftneigung: ca. 37,5 °


Reaktionen:

4 Kommentare:

Achterbahnfreak99 hat gesagt…

Wow sieht dat Ding cool aus! Hätte gar nicht gedacht dass es außer Warner Brothers Movie Park, Europapark und Heidepark noch eine Holzachterbahn in Deutschland gibt. Da will ich auf jeden Fall mal hin.

Momo hat gesagt…

Kann jemand berichten wie schlimm die Bahn ist? Bekomme bei sowas immre schnell einen nervösen Magen...

Thomas Wagner hat gesagt…

Die Achterbahn sieht echt cool aus! Habe erst durch diesen Breicht davon erfahren. Will mir den Park unbedingt diesen Sommer noch anschauen.

Gruß Thomas

Anonym hat gesagt…

Schlimm

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