Donnerstag, 31. Mai 2012

Holzachterbahn - Stahlachterbahn

Nach dem Mammut Artikel: „Gut Holz!“ wollte es mit den Holzachterbahnen, Stahlachterbahnen genau wissen!

Um mehr Aufschluss über eine Holzachterbahn zu geben, muss man erst einmal verstehen, was man unter einer Achterbahn versteht.

Bei einer Achterbahn (Holzachterbahn) handelt es sich um ein Fahrgeschäft, bei dem Wagen auf Schienen einen geschaffenen Achterbahnparcours befahren. So können die Achterbahngäste gefahrlos die auf Sie wirkenden G-Kräfte genießen. Die Achterbahnen, Holzachterbahnen gehören mit zu den größten Attraktionen, die man auf Volksfesten und in Freizeitparks vorfindet. Die Achterbahnen, Holzachterbahnen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit.

Holzachterbahn Historie
Wie ist die Holzachterbahn entstanden? Der Ursprung der Holzachterbahn soll in Russland liegen. Im 16. Jahrhundert sollen die Russen Abfahrten mit Holz kreiert haben. Das Holzgebilde wurde mit Wasser übergossen. Durch die niedrigen Temperaturen gefror es und man konnte dann die Holzhügel hinabfahren. Im Sommer entwickelte man die Idee weiter und konstruierte einen Wagen mit Rollen. So konnte man auch im Sommer die Holzhügel hinabfahren.

Die ersten Holzachterbahnen bildeten mit einer Holzkonstruktion eine geschlossene Strecke aus Bergen und Tälern, daher hat die Holzachterbahn auch die Bezeichnung Berg-und-Tal-Bahn. Durch die Holzachterbahn-Konstruktion befahren die Wagons die Strecke nach dem Lifthügel (Kettenlift) allein durch Schwerkraft.1898 wurde auf Coney Island die erste originale Holzachterbahn eröffnet. Einen weiteren anderen Ursprung hat die Achterbahn in einer umfunktionierten Kohlminenbahn in Mauch Chunk, Pennsylvania. Diese Kohlminenbahn wurde 1870 zu Vergnügungszwecken genutzt. 1884 wurde nach dem einfachen Hügelab-Konstruktionsprinzip der Holzachterbahn von LaMarcus Adna Thompson auf Coney Island die so genannte Gravity Pleasure Switch Back Railway gebaut. Die erste Holzachterbahn in Deutschland war die Riesen-Auto-Luftbahn, die 1908 im Vergnügungspark in der Ausstellung München vorgestellt wurde.

Im 20. Jahrhundert wuchs die Zahl der Achterbahnen rasant, vor allem in den USA. 1930 wurde die Entwicklung der Achterbahnen durch die Weltwirtschaftskrise kurzfristig beendet. Als komplexe Stahlkonstruktionen möglich wurden, entstanden ganz spezielle Achterbahnen, da der Werkstoff Stahl  auch Loopings, Schrauben etc. zuließ. Das konnte aber auch nicht die klassischen Holzachterbahnen verdrängen. Denn die Holzachterbahnen vermitteln ein ganz anderes und besonderes Fahrgefühl. Daher erfreuen sich die Holzachterbahnen nach wie vor großer Beliebtheit. Heute im 21. Jahrhundert ist der Achterbahnen Trend immer schneller, spektakulärer und schwindelerregender geworden. Daher werden Achterbahnen mitunter schon als Mutprobe bezeichnet. Achterbahnen, Holzachterbahnen bieten auf kleinem wie auf großem Raum ein besonderes Fahrerlebnis. Umgangssprachlich werden die Achterbahnen auch roller coaster genannt. Der Bergriff stammt aus dem Englischen und wurde von dem Begriff coaster car abgeleitet. Roller coaster bedeutet zu Deutsch Achterbahn. Bei der Holzachterbahn spricht man im Englischen von einem timber coaster oder wooden coaster.

Achterbahn- Typen

Durch den modernen Fortschritt des Achterbahnbaus gibt es inzwischen unzählige verschiedene Achterbahntypen. Die Achterbahntypen werden nach verschiedenen Kriterien unterteilt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Holzachterbahn oder einer Stahlachterbahn. Zu erkennen ist der Achterbahntyp am Material der Schienenkonstruktion und nicht am Material der Stützen, da es Achterbahnen mit Holzschienen und Metallstützen und umgekehrt gibt.

Achterbahn- Wagen

In der Wagengestaltung könnte man glauben, es wären den Achterbahn-Herstellern keine Grenzen gesetzt. Man findet neben Achterbahnen mit den klassischen Sitzen (Sit-Down Coaster) auch Achterbahnmodelle, in denen man unter den Schienen fährt, das sind die sogenannten Inverted Coaster und Suspended Coaster. Weitere bekannte Achterbahnmodelle sind die Stand-Up Coaster. Bei dieser Achterbahnvariante wird man stehend durch den Achterbahnparcours befördert. Auch sehr besondere Achterbahnen sind die Flying Coaster, Floorless Coaster diese haben keinen Zugboden und man bekommt ein Schwebegefühl während der rasanten Achterbahnfahrt. Eine sehr spezielle Achterbahnform sind die Spinning Coaster: Bei diesen Achterbahnen können sich die Wagen horizontal drehen. Kennen Sie die 4th Dimension Coster und Ball Coster? In dieser Achterbahnform können sich sogar die Sitze selbst überschlagen.  

Achterbahn- Rückhaltesysteme

In den früheren Holzachterbahnen, Metallachterbahnen gab es noch keine starken G-Kräfte, so war ein Rückhaltesystem in der Achterbahn überflüssig, da keine Gefahr bestand aus dem Sitz geschleudert zu werden.  Das änderte sich schlagartig mit Aufkommen von Bahnen mit den sogenannten Up-Stop Wheels.

Die bekanntesten Achterbahn- Rückhaltesysteme sind Gurte, Schoßbügel und Schulterbügel, aber auch Variationen davon findet man in den heutigen Achterbahnen. Die Achterbahn- Rückhaltesysteme haben neben der Funktion, die Achterbahnfahrgäste vor einem Herausfallen durch Aufstehen zu sichern, auch in der so genannten Airtime die Fahrgäste sicher im Sitz zu halten. Die Rückhaltesysteme in verschiedenen Achterbahnen schützen auch vor Verletzungen durch Verdrehung des Oberkörpers.

Moderne Rückhaltesysteme sind mit Sensoren ausgestattet, so dass wenn nicht alle Bügel der Achterbahnen geschlossen sind, diese nicht losfährt. Oder sollte sich ein Bügel der Achterbahn während der Fahrt öffnen wird der so genannte Notspot der Achterbahn eingeleitet. So lassen sich mit den Modernen Rückhaltesystemen der Achterbahn immer mehr rasante Fahrten gestalten - und die Fahrgäste sind dabei bestens geschützt.         
 
Achterbahn- Bremsen
Moderne Achterbahnzüge, ausgenommen die von Powered Coastern, besitzen keinen eigenen Antrieb und verfügen auch nicht über eigene Bremsen. Der Achterbahnzug wird von außen beschleunigt und gebremst. Die externen Bremsen der Achterbahn sind so ausgelegt, dass sie im ausgeschalteten Zustand geschlossen sind und den Achterbahnzug anhalten. Somit ist auch bei Ausfall der Energiezufuhr stets der Halt der Achterbahnfahrzeuge ohne Gefahr einer Kollision gewährleistet. Es werden hauptsächlich Klotzbremsen verwendet, bei denen eine unter dem oder seitlich des Wagens angebrachte Metallschiene zwischen den Bremsklötzen geführt wird und so als Bremsfläche dient. Zunehmend im Einsatz sind auch die sogenannten Wirbelstrombremsen. Diese sind aufgrund ihrer Ausfallsicherheit praktisch wartungsfrei. Wirbelstrombremsen haben auch den Vorteil dass sie eine sanft einsetzende Bremsung haben. 

Achterbahn- Antrieb
Klassisch werden die Achterbahnwagen oder Züge zu Beginn zum Beispiel mittels eines Kettenzugs auf einen Hügel, auch Lifthill genannt, gezogen und anschließend nur durch die Schwerkraft angetrieben. Es gibt daneben auch Achterbahnvariationen die durch Elektromotoren, auch Linearmotoren genannt, im Zug angetrieben werden. Auch eine Achterbahnen- Antriebsform sind die Achterbahnen mit Katapultstart. Das wären dann die Launched Coaster. Diese Achterbahnart bietet spektakuläre Starts - es ist sogar möglich, nach dem Katapultstart in einen Looping geschossen zu werden.

Achterbahn- Streckenführung
Neben einer geschlossenen Streckenführung gibt es so genannte Shuttle Coaster, bei denen die Strecke offen ist und die Achterbahnwagen mindestens zwei Mal durchfahren - vorwärts und rückwärts. Bei so genannten Möbius-Achterbahnen beschreibt die Achterbahnstrecke eine Unendlichkeit in der Art des Möbiusbandes. Es starten dazu zwei Achterbahnzüge von zwei verschiedenen Start- Stationen und am Ende der Fahrt befinden sich beide Züge jeweils in der Station, in der der andere Achterbahnzug gestartet ist. Weiterhin gibt es Doppelanlagen. Je nach Art des Aufbaus der Achterbahnstrecke spricht man von Racing Coaster, wenn die Spuren parallel laufen und die Achterbahnen sich ein „Rennen“ liefern, oder von Dueling Coaster, wenn die Achterbahnstrecken ähnlich und gleich lang sind, aber nicht parallel verlaufen.

Achterbahn- Höhe
Kaum zu glauben, aber wahr! Große Achterbahnen werden oft durch ihre Höhe in Kategorien eingeteilt. Hierbei handelt es sich um vier Achterbahnarten. Insbesondere sind Mega Coaster (46 Meter und mehr), Hyper Coaster (61 Meter und mehr), Giga Coaster (91 Meter und mehr) und Tera Coaster (120 Meter und mehr) zu nennen.

Achterbahn- Räder und Schienen
Bei den ersten Achterbahnen gab es nur gerade Strecken ohne Kurven mit einfachen Stahlschienen. Achterbahn Weiterentwicklungen brachten dann seitliche Räder. Das sind die so genannten Sidefriction Wheels die an neben den Schienen angebrachten Leisten liefen und in den Kurven ein Herunterspringen des Achterbahnzuges verhinderten.

Um das Entgleisen des Achterbahnzuges bei steilen Bergabpassagen und Hügeln zu verhindern, wurden zunächst seitlich verlängerte Achsen in den Achterbahnwagen verwendet, die unter Bohlen neben den Schienen liefen. 1912 kam ein drittes Räderpaar zu den Achterbahnwagen hinzu, das unter die spezielle Schiene greift. Diese Räder werden als Up-Stop oder Underfriction Wheels bezeichnet.

Moderne Achterbahnfahrwerke haben fast alle zusätzlich zu den Laufrädern je zwei Räderpaare, die seitlich und gegenläufig an den Schienen laufen. Weniger verbreitet sind zusätzliche schräg unterhalb der Laufräder angebrachte Radpaare. Erst diese Radanordnung machte ab ca. 1975 bei Stahlachterbahnen das sichere Durchfahren von Loopings möglich. Die Schienen von Stahlachterbahnen bestehen aus gebogenen Stahlrohren oder H-Profilen.

Bei Holzachterbahnen sind die Schienen aus Holzleisten zusammengeleimt, mit Metallauflagen an den Laufflächen der Räder.

Achterbahn- Lift
Die gängigsten Liftarten der Holzachterbahnen, Stahlachterbahnen die man in den Freizeitparks vorfindet, sind Kettenlifte, Kabellifte, Reibradlifte, Trommellifte und Vertikallifte. Um ein Zurückrollen vom Lifthill zu vermeiden, wird der so genannte Safety Dog eingesetzt. Der Safety Dog ist eine Art Sägezahnleiste mit bestimmten kurzen Abständen, in die der Achterbahnzug einrastet. Daher kommt auch das hörbare Klackern wenn der Achterbahnwagen auf den Lifthill gezogen wird. Neben dem Hochziehen des Achterbahnzuges hat der Lifthill noch eine weitere Aufgabe, die zur Sicherheit der Benutzung der Achterbahn beiträgt: Der Lifthill entriegelt erst nach komplettem Verlassen die Feststellbremse des ersten Achterbahnwagens. Kommt das nicht zustande, schaltet ein Sicherheitssystem den Lifthill aus. Das ist auch eine TÜV Bestimmung.    

Achterbahn- Technik und Sicherheit
Sicherheit ist das A und O der Achterbahnen. Um die Sicherheitslevel der Mitfahrer und Außenstehenden hoch zu halten, werden bei Achterbahnen verschiedene  Sicherheitsmechanismen und Systeme eingesetzt. Eine Achterbahn soll zwar das Gefühl der Gefahr vermitteln, tatsächlich gehören die Achterbahnen aber statisch gesehen zu den sichersten Gefährten. Mit den eingesetzten Sicherheits-Techniken sollen vor allem Herunterfallen der Fahrgäste und die Kollision der Achterbahnzüge vermieden werden. Durch Absperrungen und Zäune wird ein Zugang zur Strecke für Unbefugte versperrt. Verletzungen der Mitfahrer durch herab- oder heraus fallende Gegenstände beziehungsweise ein Bewerfen der Fahrgäste wird meist durch Gitter, Netze, Wände oder Überdachungen in der Achterbahnstreckennähe verhindert.

Achterbahn- Zugsteuerung
Bei der Achterbahn heutzutage sind die speicherprogrammierbaren Zugsteuerungen, ähnlich wie sie auch in der Fertigungstechnik verwendet wird, die wichtigste Sicherheitstechnik, um das Auffahren der Achterbahnzüge zu vermeiden. Ähnlich wie im Eisenbahnverkehr wird auch die Fahrstrecke der Achterbahn in mehrere Blöcke aufgeteilt, die erst befahren werden können, wenn der vorausfahrende Achterbahnzug den folgenden Blockabschnitt verlassen hat. Die Abschnitte sind dabei durch Schienenelemente unterteilt, die einen Halt des Fahrzeugs ermöglichen, bremsen oder Transportelemente voneinander trennen.
Das Ein- und Ausfahren der Wagen wird durch Sensoren erfasst, der zentralen Computersteuerung übermittelt und koordiniert. Sobald der Abschnitt frei ist, wird die Bremse geöffnet beziehungsweise das Transportsystem in Betrieb gesetzt.

In der Station wird die Freigabe der Achterbahnstrecke durch Lichtsignale angezeigt. Am Bedienpult wird dann, nach Kontrolle der sicheren Position der Fahrgäste, die Abfahrt manuell von einem Achterbahnmitarbeiter ausgelöst.

Achterbahn- Fahr/ Streckenelemente
Achterbahn-  Fahrelemente gibt es heutzutage unzählig viele. Das klassischste aller Achterbahn- Elemente ist die Bergabfahrt. Die erste und auch höchste Abfahrt wird First Drop oder Schuss genannt. Noch ein paar Beispiele sind verschiedene Loopings, Schrauben, Steilkurven, Spindel und viele mehr.

Sonstige Achterbahnen/ Formen
Auch sehr beliebte Achterbahnen sind die Wasserachterbahnen. Das ist eine Kombination aus Achterbahn und Wildwasserbahn. Solche Achterbahn Modelle findet man auch in Deutschland. Zu sonstigen Achterbahnen gehören die Bahnen, die die klassischen Merkmale aufweisen: mindestens eine Bergauffahrt aus eigener Kraft und das ständige Fahren auf Schienen. Das ist jetzt bei der Wasserachterbahn zwar nicht immer gegeben, wir finden dennoch dass die Wasserachterbahn klar dazu gehört.
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