Dienstag, 1. Mai 2012

Maibaum

Der Mai ist gekommen
Die Bäume schlagen aus… (Text Emanuel Geibel, 1841, Musik Justus Wilhelm Lyra 1842)


Wer kennt nicht dieses volkstümliche Lied?! Gerade am 1. Mai wird in vielen Regionen Deutschlands traditionell ein Maibaum aufgestellt. Diese schlagen zwar nicht aus, aber in manchen Gegenden wird um diesen Baum regelrecht gekämpft und ab und zu kommt es dabei nicht nur zu blauen Flecken.

Zentral und regional
Generell handelt es sich bei den Maibäumen um große Bäume, die auf einem zentralen Platz in der Mitte des Ortes aufgestellt werden. Je nach Brauchtum werden Laub- oder Nadelbäume dafür verwendet. Zum Beispiel werden in Bayern oftmals entastete Tannen verwendet, im Rheinland dagegen Birken. In den meisten Gebieten wird der Maibaum am Vortag, also am 30. April, aufgestellt. In vielen anderen Gemeinden kommt diese Tradition aber auch am Johannistag, am Mittsommertag oder zur jeweiligen Kerb-, Kirmes- oder Kirchweih zur Geltung. Auch wird, je nach Sitte, der Maibaum entweder jedes Jahr neu geschlagen, er bleibt das ganze Jahr aufgebaut oder wird bis zu seiner Bestimmung eingelagert. An seinem Festtag wird der reichlich geschmückte Baum dann oft von jungen Männern in Begleitung von Musik feierlich zum Festplatz getragen. Am geläufigsten dürfte den meisten von uns der Gebrauch des Maibaumes in Bayern sein. Am Baum sind spiralförmig geschnürte blau-weiße Bänder beziehungsweise Verzierungen an der Baumkrone befestigt und laden zum Tanz ein.

Bräuche für den Maibaum gibt es viele. Manchmal wird damit die wärmere Jahreszeit willkommen geheißen. Oder junge, unverheiratete Männer versuchen im Rahmen der Maibaumfeiertage ihrer Angebeteten näher zu kommen usw.

Herkunft
So vielseitig die einzelnen Traditionen auch sind, so unklar ist der historische Ursprung des Maibaumes. Manche sehen darin das Fortführen germanischer und heidnischer Sitten wie die Verehrung von Waldgöttern. Andere glauben die Wurzel in der römischen Antike zu wissen. Wiederum gibt es Leute, die in der Maibaumtradition christliche Werte erkennen. In einigen Gegenden wird zum Beispiel der Maibaum auch Marienbaum genannt - also die Anbetung der Gottesmutter, was aber auch wieder in Verbindung mit den Germanen gebracht werden kann, da diese zum Beispiel auch eine Erdmutter anbeteten.Wahrscheinlich gibt es somit für jede Region einen oder mehrere unterschiedliche Ursprünge für den Maibaum. Einen eindeutigen Zeitpunkt und einen ursprünglichen Ort wird es wohl für die Entstehung des Maibaumes nicht geben.

Nicht nur die Bäume schlagen aus
In manchen Gegenden gibt es den Brauch, den Maibaum zu stehlen zu versuchen. Oftmals begeben sich junge Männer aus den Nachbarorten auf „feindliches“ Terrain, um den Baum der anderen Dorfgemeinschaft zu entwenden. Wenn dies gelingt, muss der Maibaum in Form von Naturalien (viel Bier und Essen) ausgelöst werden. Da es in letzter Zeit aber öfters zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und „Räubern“ gekommen ist, wurde in vielen Regionen ein Maßregelungskatalog aufgestellt, um die Eskalation zu unterbinden. Nicht nur die Fäuste sind geflogen, sondern es wurden teilweise auch Waffen eingesetzt, um an den Maibaum zu gelangen beziehungsweise diesen zu verteidigen.Sie sehen, der Maibaum hat in Deutschland eine große Tradition. Für viele ist er nicht nur ein Stück Holz, sondern steht für Heimatverbundenheit, Religiosität, Bewahrung regionaler Werte und Sitten und Besinnung auf die lokale Geschichte.Wenn Sie am 1. Mai einen Ausflug machen und einen Maibaum erblicken, dann schauen Sie sich diesen doch mal genauer an. Vielleicht erinnern Sie sich auch an das oben genannte Lied. Oder möchten Sie vielleicht Ihren Partner über und unter dem Maibaum beeindrucken? Dann sagen Sie doch folgendes Gedicht von Friedrich von Hagedorn auf. Danach wird Sie nichts mehr trennen.

Der erste Mai
Der erste Tag im Monat Mai
Ist mir der glücklichste von allen.
Dich sah ich, und gestand dir frei,
Den ersten Tag im Monat Mai,
Daß dir mein Herz ergeben sei.
Wenn mein Geständniß dir gefallen,
So ist der erste Tag im Mai
Für mich der glücklichste von allen.

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